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Militärökonomie – Was ist das?
Die Ökonomie – das Wirtschaften – ist ein Wesensmerkmal des Menschen, ein Charakteristikum. Es ist das Denken, Planen, Handeln, um Bedürfnisse zu befriedigen und keine Knappheitssituationen aufkommen zu lassen oder solche zu überwinden.
Militärische Anliegen und Aufgaben werden von Menschen bearbeitet und erfüllt; somit steht der Mensch im Mittelpunkt der ökonomischen Probleme.
Militärökonomie ist das Wirtschaften in Angelegenheiten innerhalb der Institution „Militär“ und in gesamtwirtschaftlichen Verbindungen mit dem Militär.
Der Kampf von Gruppen und Völkern untereinander und gegeneinander hat seit eh und je das Ökonomische eingeschlossen, es war und ist überhaupt die Voraussetzung für jeglichen sinnvollen Einsatz. Die Geschichte zeigt dies durchgehend seit mindestens 400 v. Chr. (Aristoteles).
In deutschsprachigen Schriften findet sich die Militärökonomie z. B. schon bei Gottfried Wilhelm von Leibnitz (oeconomia militaria) um 1680.
Die Bedürfnisse heutiger Völker und Staaten sind in besonders starkem Maße auf Besicherung ihrer Regionen, Infrastruktur, Produktionsmittel und Menschen, auch auf diese als Träger hochwertigen immateriellen Kapitals, ausgerichtet. Denn die Reproduktion von Verlorengegangenem ist in der Tat nur in immer geringerem Umfang möglich – wenn es überhaupt möglich ist. Das zeigen die Kriege der Neuzeit.
Militärische Einsätze finden zunehmend auch zur Friedenssicherung, also Wiederherstellung konfliktfreier Regionen und vorbeugender Spannungsregulierung statt, um nicht erst ernsthafte kriegerische Handlungen mit kaum korrigierbaren Folgen entstehen zu lassen.
So gewinnt die Militärökonomie einen ständig steigenden Stellenwert für die Gesamtwirtschaft (Sozialökonomie/Nationalökonomie), für zahllose einzelwirtschaftliche Bereiche (erwerbswirtschaftliche Betriebe, gemeinwirtschaftliche Verbände und Organisationen, Verwaltungen und auch alle privaten Haushaltungen) aber letztlich auch für die Menschen selbst mit ihren eigenen privaten wirtschaftlichen Dispositionen.
Für die wissenschaftliche Bearbeitung des Phänomens Militärökonomie hat sich die Militärökonomik herausgebildet – siehe hierzu den gesonderten Beitrag: Militärökonomik. -- (G. Kirchhoff, 3/2004)
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