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Militärökonomik als Wissenschaft
I.
Die Militärökonomik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft innerhalb der Gruppe der Wirtschaftswissenschaften.
Ihr E r f a h r u n g s o b j e k t ist das Militärische, sowohl innerhalb einer eigenständigen Institution (z.B. in der Bundeswehr) als auch außerhalb bei militärischen Anliegen und Phänomenen in Gesellschaft, Staat und Bündnissen.
Diese starke Breite führte zu folgender differenzierter wissenschaftlicher Systematisierung innerhalb der Wirtschaftswissenschaften (Handbuch zur Ökonomie der Vereidigungspolitik, "Der Wissenschaftliche Ort der Militärökonomik", S. 534/535):
1. Die individualökonomische Seite (Einzelwirtschaftslehren) führt
- aus der Gruppe der Speziellen Betriebsökonomiken
zur Betriebsökonomik der Streitkräfte,
- aus der Gruppe der Verwaltungsökonomiken
zur Verwaltungsökonomik der Bundeswehrverwaltung (ein Sonderfall).
Beide ergeben die Betriebsökonomik des Militärs (BÖM).
2. Die sozialökonomische Seite (Volkswirtschaftslehren) führt über die Gruppe der Speziellen Sozialökonomiken zur Sozialökonomik des Militärs (SÖM).
BÖM und SÖM zusammen ergeben die Militärökonomik.
II.
Welche Erkenntnisse sind aus der wissenschaftlichen Bearbeitung zu ziehen, d.h. was ist das Objekt innerhalb des Militärischen, das als Erkenntnisobjekt Aufgaben und Ziele für die Forschung vorgibt, somit den eigentlichen Forschungsgegenstand definiert?
Erkenntnisobjekte werden grundsätzlich durch Identitätsprinzipien gewonnen, d.h. es werden Kriterien angelegt, z. B. Wirtschaftlichkeit, Rentabilität, Gewinnmaximierung. Exakte Trennungen sind meist nicht möglich.
Im Falle der Militärökonomik fallen periphere Kriterien z. B. psychologischer, soziologischer, ethischer, rechtlicher und politischer Art stärker ins Gewicht als bei anderen Wirtschaftsinstitutionen. Daher hat sich neben einer nonprofitorientierten Wirtschaftlichkeit die nachhaltige Überlebensfähigkeit (Survivalprinzip) mit Aktionsfähigkeit als forschungsleitende Orientierung für die wissenschaftliche Arbeit bewährt.
Das E r k e n n t n i s o b j e k t der Militärökonomik kann somit definiert werden als
die nonprofitorientierte Wirtschaftlichkeit bei nachhaltiger aktionsfähiger Überlebensfähigkeit.
An dieser wissenschaftlichen Zielorientierung richtet sich die analytische Arbeit der Militärökonomik aus. Die große Breite der ökonomischen Arbeitsfelder und die stark tangierenden wissenschaftlichen Grenzgebiete führen zu interessanten bi- und multidisziplinären Aufgaben.
Kurz: Militärökonomik umfaßt mehr als die üblichen ökonomischen Theorien. -- (G. Kirchhoff, 3/2004)
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